Pressestimmen

Zur Aussellung „Ein Zwiegespräch“ in der Zedergalerie, Landsberg, 2026

Landsberger Tagblatt, 23.06.2026

„Schatz, du musst mal all meine angefangenen Blätter fertig malen

„Ein Zwiegespräch“ gibt es in der Zedergalerie anlässlich des 100. Geburtstag von Kurt Hammer. Tochter Sibylle hat sich seinem Nachlass gestellt.

Von Hertha Grabmaier, 23.06.26, 18:01 Uhr

Ein halbes Jahr hat Sibylle Hammer in einem intensiven „Zwiegespräch“ einen Teil der angefangenen Blätter, ihres 2010 verstorbenen Vaters Kurt Hammer, fertig gemalt. „Schatz, du musst mal all meine angefangenen Blätter fertig malen, ist so ein Satz, der einen nicht mehr loslässt“, gesteht Sibylle Hammer, die ihrem Vater sehr verbunden war, jedoch ihren eigenen künstlerischen Weg ging. Nachdem die Tochter den Auftrag des Vaters zuerst kategorisch ablehnte, nahm sie den 100. Geburtstag des 1926 in Tettau geborenen Malers zum Anlass, seinen Wunsch teilweise zu erfüllen. „Mein begeisterungsfähiger Vater hat oft kein Einhalten beim Malen gefunden und während die Farbe trocknete, schon wieder etwas Neues angefangen“, erzählt Sibylle Hammer. „Er hat angenommen, dass ich in seinem Sinne fertig male“. Sie schuf jedoch nach eigenen Vorstellungen „Ein Zwiegespräch“, mit einzigartigen, berührenden, humorvollen Kreationen aus den ursprünglichen Blättern, die im Kleinformat daneben hängen. Horst Pfitzner, ein Besucher der Vernissage, den Kurt Hammer persönlich kannte, zeigte sich ebenso begeistert von Sibylles Leistung wie deren Schwester.

„Seine Kraft und ihre Leichtigkeit stehen in wunderbarem Einklang“, lobten sie. Sibylle Hammer lässt die Betrachtenden teilhaben an ihren auf den Bildern schriftlich formulierten Gedanken. „Geht-doch“ beschreibt ein imaginäres Vater-Tochter-Gespräch. „Es geht doch nichts über abstrakte Kunst“, hört sie ihn sagen und kontert, „doch mit Kreide geht das“. In der unvollendeten „Annäherung“ hat sie sein Gesicht gezeichnet. „Bist du da drin“, fragt sie in der von ihr als „Suche-Handschrift“ betitelten Arbeit. Im „Sichtbar-Denken“ ist eines der zahlreichen Kurt-Hammer-Zitate festgehalten: „Sichtbar zu machen, dass es etwas gibt, was man denken kann, aber nicht sehen“. In ihrer Einführung lud die Vorsitzende des Galerievereins, Silvia Großkopf zu einer Entdeckungsreise ein. „Kurt Hammer war ein leidenschaftlicher Maler mit großer Begeisterung für die Kunst im Allgemeinen und für die künstlerische Arbeit im Besonderen“. Er habe sich über Jahrzehnte hinweg mit aller Kraft verschiedenen Ausdrucksformen gewidmet. „Erleben Sie diese Kraft in den Galerieräumen und in den Schaukästen zum Hauptplatz“, so Silvia Großkopf. Dazu gab es noch ein passendes Zitat von Kurt Hammer: „Die Qualität eines Bildes ist abhängig von der Kraft, die es verströmt“.

Für die Tochter stehen bei dieser Geburtstagsschau, neben den gemeinsamen, die Werke des Vaters im Vordergrund. In vier Räumen ist die dynamische Energie seines Malprozesses zu spüren. Die in Mischtechnik auf Papier, Pappe oder Leinwand gebrachten freien Kompositionen „ohne Titel“ faszinieren durch ihre intensiven Farbkombinationen. Sibylle Hammer, deren Arbeiten bereits in zahlreichen Ausstellungen zu bewundern waren, bespielt einen Raum mit abstrakten Werken, wie „die-Graphit-geschichte und das Rot“, die einen besonderen Reiz, mit ihren zwischen Grafit- und Kreideschichten auf Holz gemalten Farbflächen, ausüben. Die 1964 in München geborene Grafik-Designerin ist seit frühester Kindheit mit Kunst und Malerei vertraut, was ihren Blick auf die Welt prägte. Sie ließ nun eine sehenswerte Ausstellung entstehen, deren stimmiges Konzept perfekt mit der Raumaufteilung in der Zedergalerie harmoniert. In den Vitrinen im Durchgang gibt es neben Werken von Sibylle und Kurt Hammer auch noch „Kleinbeutelkunst für den kleinen Geldbeutel“ zu erwerben.

Die Ausstellung ist bis zum 2. Oktober, donnerstags und freitags von 14 bis 17 Uhr und samstags von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Sie kann auch an jedem Tag durch die Glasfassade der Galerieräume besichtigt werden. Zur Langen Kunstnacht am 19. September ist die Künstlerin anwesend.“

https://www.augsburger-allgemeine.de/landsberg/ausstellung-zum-100-geburtstag-von-kurt-hammer-tochter-sibylle-hat-sich-seinem-nachlass-gestellt-114515285

(heruntergeladen 25.06.2026)

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Zur Aussellung „Grafit(ge)schichten“ im „Treffpunkt Kunst“, Ottobrunn, 2023

Süddeutsche Zeitung, 13. Juli 2023

„Mit kräftigem Strich

Sibylle Hammer zeigt noch bis zum 29. Juli in der Galerie „Treffpunkt Kunst“ des Kunstvereins Ottobrunn ihre abstrakten Arbeiten, die faszinieren.

Von Angela Boschert, Ottobrunn

„Kann abstrakte Kunst faszinieren? Das kann sie, wie die Bilder von Sibylle Hammer zeigen, die noch bis zum 29. Juli in der Galerie „Treffpunkt Kunst“ des Kunstverein Ottobrunn ausgestellt sind. Titel: „Graphit(ge)schichten“. Mehr als 40 zumeist quadratische Grafiken erregen mit ihrem kräftigen Strich die Aufmerksamkeit des Betrachters, fordern sein genaues Hinsehen und wecken Interesse durch kleine Farbflächen, die zwischen die Graphit- und Kreideschicht gemalt sind.

Sie komme von der Zeichnung, sagt die 58-Jährige, die seit 2021 Kunstvereinsmitglied ist. Sie hat Porzellanmalerei und Druckvorlagenherstellung gelernt, bevor sie Grafikdesignerin wurde und jetzt beim Bayerischen Fernsehen für die Sendung „quer“ arbeitet. Das Malen biete ihr Abwechslung, es sei ein „Freilassen von Kreativität und Gedanken“. Man kann sich als Betrachter in die zeichenartigen Bilder versenken und ist unmerklich auf der Suche danach, wie Bildlinien weitergehen oder Farbflächen zusammengehören könnten.

Die Dichte und Präzision der abstrakten Darstellungen fesseln. So bei dem Bild „Die Graphit(ge)schichte und das Rot“, das erst jüngst entstanden und auf dem Ausstellungsplakat zu sehen ist. Hier ziehen farbkräftige Elemente den Blick auf sich. Zarter ist die blaue, rote, grüne und blassgelbe Farbfläche bei der Bilderserie „Ohne Titel“ (40 mal 40 Zentimeter) aus diesem Jahr, die Hammer als Beispiel für ihr „Schichten“ ausweist: „Ich musste mehrmals mit den Bildern kommunizieren, bis ich wusste, jetzt ist es fertig“, erklärt sie und führt in dem kleinformatigen Werk „Spuren“ von 2017 sozusagen plastisch vor, wie sie Schichten im Sinne des Überlegens und Überarbeitens versteht. Unten sieht man zwei Bahnen mit schwarzen Spurpunkten auf Japanpapier, dazwischen erhöht eingesetzt solche mit weißen Punkten. Hier lege sich Neues wie eine Schicht auf Vorhandenes, sagt die Künstlerin.

Aufwühlend sind zwei Arbeiten im kleinsten Kellerraum. Hammer beschäftigte sich 2020 mit politischem Widerstand und setzte ihre Reaktion in Form einer bedrängenden Zeichnung neben Ausschnitte aus Reden der Friedensnobelpreisträger Martin Luther King, Nelson Mandela und der Iranerin Shirin Ebadi, die sie auf blauen, grünen und roten Farbkarton geschrieben hat. Für das Werk „Kunst-über-Mut“ von 2019, das daneben hängt, fragte sie Freunde, was „Mut“ für sie bedeute, schrieb deren Antworten auf schwarzes Papier und verwob sie schachbrettartig mit Zeichnungen auf transparentem Grund. Man steht davor und sucht, wo geht der Text weiter, werden die Zeichnungsteile zu einem Ganzen?

Auch Acrylmalerei gehört zur Ausstellung. Hammer hat 2016 vier doppelseitige Hochformate mit dem Titel „Beiderseits“ für eine Ausstellung am Ammersee gemalt, bei der Farbe und Format vorgegeben waren. Die Vorderseiten zeigen abstrakte Acryl-Farbflächen von Weiß bis Seeblau. Auf den Rückseiten, die die Vorgabe Schwarz/Weiß hatten, deutet die Künstlerin in gewohnter Technik Konturen an, die vielfältige Deutungsmöglichkeiten eröffnen.

Hammer verwebt ihr ganz eigenes Storytelling, Grafik- und Druckkenntnisse, kombiniert und kontrastiert Materialien um ihrer Stofflichkeit und Haptik willen und setzt die Phantasie des Betrachters in Gang. Das ist einen Besuch wert.

Die Ausstellung von Sibylle Hammer ist noch bis Samstag, 29. Juli, in der Galerie Treffpunkt Kunst, Rathausstraße 5, Ottobrunn, zu sehen, samstags von 10 bis 13 Uhr sowie donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Künstlerin ist zu den Öffnungszeiten in der Galerie anwesend.

https://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/ottobrunn-treffpunkt-kunst-sibylle-hammer-ausstellung-kultur-im-landkreis-muenchen-1.6025989

(herungergeladen 12.07.2023)

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Zur Ausstellung „Augenfutter“ in Achselschwang, 2016

Süddeutsche Zeitung, 29. August 2016

„Kunst nach Vorschrift

In der Ausstellung „Augenfutter“ in Achselschwang sind Farben, Form und Format vorgegeben

Von Sylvia Böhm-Haimerl, Achselschwang“

„Die Wesen, die Sibylle Hammer zeichnerisch porträtiert, gleichen Fabelwesen. Sie könnten Kinderzeichnungen entstammen, wäre da nicht diese kraftvolle, fast männlich-dominante Strichführung. „Ich denke in Linie und Form“, sagt die Grafikdesignerin und Illustratoren, die am Ammersee aufgewachsen ist. Wenn die Künstlerin malt, will sie loslassen. Es fließe aus ihr heraus, erklärt sie. Ob Tänzer, Bergsteiger oder einer Märchenwelt entstiegen: Wie ihre Wesen interpretiert werden, überlässt Sibylle Hammer dem Betrachter.“


https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/achselschwang-kunst-nach-vorschrift-1.3139727

(heruntergeladen am 04.06.2023)